Damals wollte ich das Spiel unbedingt haben und war natürlich entsprechend angefressen, heute bin ich dagegen recht froh darüber, habe ich laut einem großen Internet-Händler so doch beinahe 90 Euro gespart. Außerdem finde ist es ja auch faszinierend, was man für diese 90 Euro alles bekommt, bzw. nicht bekommt. Eine Plastikgitarre, die lediglich als "Halterung" für 5 Knöpfe und einen Wippschalter dient, plus eine DVD mit einem in der Produktion sicher nicht zu aufwändigen Spiel sind ja nun nicht unbedingt etwas, für das man guten Gewissens 90 Euro auf die Theke legt. Klar! Da sind natürlich die
Wie die Hersteller recht schnell begriffen haben, lässt sich mit diesem neuen Genre aber nicht nur mit überteuerten Plastikinstrumenten aus chinesischer Produktion viel Geld verdienen. Nein! Man kann natürlich auch sukzessive weitere Songs kostenpflichtig zum Download anbieten und so noch mehr Geld aus den Kunden herausquetschen. Bin ich hier etwa zu hart? Sind Download-Inhalte nicht eigentlich eine gute Sache? In der Theorie JA. In der Praxis ganz klar NEIN! Zumindest in diesem Fall. Solange man keine neuen Inhalte aus dem Internet beziehen kann sind unterschiedliche Hersteller dazu gezwungen, zu einem großen Teil über die Zahl und die Qualität der im Spiel enthaltenen Songs zu konkurrieren. Können dagegen neue Songs über das Internet gekauft werden, so wird dieser Zwang wesentlich abgeschwächt und die Hersteller werden eher bestrebt sein, eine möglichst kleine aber immer noch ausreichende Zahl von Songs auf die DVD zu packen, so dass möglichst viele Songs extra verkauft werden können. Speziell bei garantierten Verkaufsschlagern wie z.B. Stairway to Heaven ließen sich die Hersteller dann schnell ein hübsches Sümmchen durch die Lappen gehen, würden sie diese Songs "gratis" mit auf die Spiele-DVD packen.
Als ob Musikspiele nicht schon teuer genug wären, setzt EA dem ganzen jetzt die Krone auf, und verlangt für das in Europa ohnehin schon deutlich verspätete und bisher auch nur für die XBox 360 angekündigte Musikspiel Rockband gleich unglaubliche 240 Euro! Umgerechnet etwa das doppelte von dem, was man in den USA dafür bezahlt. Damit dürfte Rockband wohl das erste Spiel sein, das mehr kostet als die Konsole, auf der es läuft. Schließlich ist die XBox 360 ohne Festplatte für unter 200 Euro erhältlich, und auch das Premium-Modell ist "nur" 30 Euro teurer als das komplette Rockband. Was mich einmal interessieren würde: Was hat sich EA dabei eigentlich gedacht? Will man das Spiel in Europa nicht verkaufen? Will EA herausfinden wie dämlich wir Europäer wirklich sind und welches der höchste Mondpreis ist, den wir zu zahlen bereit sind?
Für mich ist das Thema Musikspiele jedenfalls hiermit gestorben (es sei denn, ich finde in der Krustelkiste ein sehr günstiges Guitar Hero für PS2). Und zum Glück verspüre ich durch Activisions dilettantische Qualitätssicherung und EAs unverschämte Preispolitik auch keinen Drang mehr, mir so schnell eins zuzulegen.



