The Lost Vikings I & II

Auf den ersten Blick könnte man beide Spiele für Plattformer halten, tatsächlich handelt es sich bei der Lost Vikings-Serie aber vielmehr um überaus humorvolle Knobelspiele mit Plattformer-Elementen. In diesem Spiel steuert man die drei von Außerirdischen entführten Wikinger Erik, Baleog und Olaf. Alle drei besitzen sehr unterschiedliche Fähigkeiten und müssen durch eine Vielzahl einfacher bis kniffliger Levels gesteuert werden, wobei aber immer nur einer der Protagonisten gesteuert werden kann. Um das vorzeitige Ableben der drei zu verhindern ist es nötig ihre Fähigkeiten möglichst geschickt zu kombinieren und sie so durch Teamwork ans Ziel zu führen. Die Levels sind spielerisch als auch grafisch sehr abwechslungsreich, da ihr Weg zurück in den hohen Norden die drei Wikinger durch die unterschiedlichsten Zeitalter der Erd- und Menschheitsgeschichte führt.
Im zweiten Teil kommen je nach Level auch noch zwei Gastcharaktere zum Zuge, insgesamt steuert man pro Level aber immer nur drei Charaktere.
Plok

Dieses Spiel war eines der am meisten unterschätzten SNES-Spiele und hätte durchaus einen durchschlagenderen Erfolg verdient gehabt. Der Spieler steuert in diesem Jump and Run den ziemlich ungewöhnlichen Charakter Plok, der eines Morgens aufwacht und feststellt, dass die Flagge seines Großvaters - ein Familienheiligtum - gestohlen wurde. Um die Flagge zurück zu erobern steht Plok die Fähigkeit zur Verfügung, seine Feinde mit seinen Gliedmaßen zu bewerfen. Normalerweise kehren diese auch sofort wieder zu ihm zurück, manche Rätsel basieren aber darauf, dass Plok mehrere seiner Gliedmaßen opfern muss, um bestimmt Schalter zu aktivieren. Viele kreative Einfälle und das abgefahrene Setting machen dieses Spiel zu einem ganz besonderen Vertreter seines Genres.
Secret of Mana

Manche mögen angesichts der vielen anderen hervorragenden Genre-Vertreter anderer Meinung sein, für mich ist Secret of Mana aber das SNES-RPG schlechthin. Als der Held des Spiels im Wald ein mystische Schwert findet und aus seinem steinernen Sockel zieht kommt es zu einer Katastrophe und er wird daraufhin aus seinem Dorf verbannt und er begibt sich auf eine Reise, um die magische Kraft des Schwertes wieder herzustellen. Im Laufe dieser Reise schließen sich zwei weitere Charaktere an, die entweder vom Computer oder weiteren Spielern simultan gesteuert werden können. Ein solcher Kooperationsmodus war schon damals eine schöne Sache, leider wurde diese Idee bis vor Kurzem wieder vergessen.
Anders als viele andere japanische RPGs verwendet Secret of Mana ein Echtzeitkampfsystem, so dass man kein Hardcore RPG Freak sein muss, um dieses Spiel zu schätzen zu wissen. Auch die Grafik und der Soundtrack können vollkommen überzeugen und die Story ist zumindest für die damalige Zeit ebenfalls nicht zu verachten. Insgesamt ist dieses Spiel für mich immer noch eines der besten Spiele, die Square je hervorgebracht hat.
Ursprünglich wurde das Spiel für die nie erschienene CD-Erweiterung des SNES (aus der später die PlayStation wurde) entwickelt. Damit das Spiel dennoch auf ein Spielemodul passte, musste es stark zurechtgestutzt werden. Eigentlich schade, würde ich mir doch zu gerne einmal einen Eindruck von dieser leider nie veröffentlichen CD-Version verschaffen. Auch wenn es schwer vorstellbar ist, aber vielleicht wäre diese Version ja noch besser geworden als die letztlich veröffentlichte.
Earthworm Jim I & II

Earthworm Jim ist ein Wurm mit einem Superanzug, der ihm für einen Wurm ungewöhnliche Kräfte verleiht. Die Serie darf gerne als Parodie auf die gängigen Superhelden-Geschichten verstanden werden. In bester Run and Gun-Manier muss man sich mit einer Plasmakanone bewaffnet seinen Weg durch die ettliche abgedrehte Levels bahnen, um am Ende wieder einmal eine Prinzessin zu befreien. Gerade der abgedrehte Humor und die hervorragend designten Levels machen beide Spiel zu echten Klassikern.
Mega Man X

Lange hatte es damals gedauert, bis die Mega Man-Reihe endlich ihren Weg auf das SNES gefunden hatte, aber als es dann soweit war hatte sich das Warten mehr als gelohnt. Zwar funktioniert es wie schon seine Vorgänger auf dem NES nach der bekannten Mega Man-Formel (Boss auswählen, Level hinter sich bringen, Boss erledigen und mit dessen Waffe auf zu einem anderen Boss), doch hat es die ganze Sache mit einigen Innovationen wie einem Schadensmodell für Gegner und neuen Fähigkeiten des Hauptcharakters deutlich interessanter gemacht.
True Lies

Spiele mit Filmlizenz sind in der Regel nicht die Rede, geschweige denn den Kauf, wert. Dieser isometrische 2D-Shooter nach dem Film mit Arnold Schwarzenegger stellt dabei aber eine löbliche Ausnahme dar. Als Geheimagent ballert man sich hier durch mehrere Levels und kann dabei auf eine Vielzahl interessanter Waffen zurückgreifen, um am Ende einen Terroristen dingfest zu machen.
Aladdin

Und es gibt sie doch! Aladdin ist gleich das zweite Spiel, welches auf einer Filmlizenz basiert und das auch nach mehr als einem Jahrzehnt noch absolut zu empfehlen ist. Das Gameplay folgt dem bekannten Muster eines Jump and Runs. Allerdings ist dieses sehr gut umgesetzt, und kommt durch die sehr schöne Comic-Grafik, die Fähigkeiten des Charakters und das Leveldesign sehr nahe an die Stimmung des Films heran. Speziell die ersten Levels, in denen man sich über den Dächern der Stadt bewegt sind für ein 2D-Jump and Run hervorragend umgesetzt.
Super Soccer

Obwohl Sportspiele mich normalerweise völlig kalt lassen, habe ich dieses Spiel schon zu SNES-Zeiten derart intensiv gezockt, dass ich anschließend in den Fingern die schlimmsten Krämpfe bekam. Wenn man sich aber nicht zu sehr in das Spiel hineinsteigert und sich ab und zu daran erinnert, wo sich der maximale Druckpunkt des Steuerkreuzes befindet und weiteres Drücken die Spieler auch nicht schneller rennen lässt, wird man mit diesem Fußballspiel eine Menge Spaß haben.



@ Earthworm Jim 1 & 2: Die sollen ja auf jeden Fall noch dieses Jahr auf der VC erscheinen. (http://wii.gamingmedia.de/news,id7401,interplay_bringt_vier_mega_drive_klassiker_virtual_console.html)