
Der Juni 2008 ist ein toller Monat für alle Web-Benutzer. Schon letzte Woche ist Opera 9.5 erschienen und gestern hat die Mozilla-Corporation nun auch noch das dritte große Release von Firefox ins Rennen um die Gunst der Web-Gemeinde geschickt, was aufgrund der gigantischen Nachfrage nicht von Anfang an ganz glatt über die Bühne ging.
Firefox 3 habe ich erstmals in der Betaphase ausprobiert und ziemlich schnell hatte ich mich so sehr daran gewöhnt, dass ich trotz fehlender Extensions nicht mehr zum ollen Firefox 2 zurück wollte. Was der Dreier besser macht als der Zweier? Er ist um (gefühlte) Größenordnungen schneller und selbst die Betas liefen bei mir stabiler als Firefox 2. Ganz nett ist auch die neue Lesezeichenverwaltung, allerdings auch kein Feature, das ich bei anderen Browsern vermissen würde. Sehr gut gefällt mir aber noch eine kleine Änderung am Vollbildmodus. So wird die Tableiste nun endlich automatisch ausgeblendet, wenn man sich im Dokument befindet. Bewegt man die Maus an den oberen Bildschirmrand, wird sie mit samt der URL-Leiste wieder eingeblendet. Auf dieses Feature habe ich lange gewartet, arbeitet man heute doch oftmals mehr mit Web- als Desktopanwendungen, so dass es öfters nützlich ist, den gerade ohnehin nicht genutzten Desktop ganz aus zu blenden und sich vollkommen auf das Web zu konzentrieren. Bisher hat nur Opera die Tabs und die URL-Leiste ausgeblendet, allerdings hat man sie auch nur dann wieder zu Gesicht bekommen, wenn man den Vollbildmodus wieder verlassen hatte.
Davon mal abgesehen ist auch Opera ein exzellenter Browser und gerade die neue Version 9.5 ist doch tatsächlich wieder einmal schneller geworden als die Vorversion. Abgesehen vom neuen Theme, das mit seinem von Vista inspirierten Design zumindest unter Ubuntu und Windows XP absolut furchtbar aussieht, gibt es nichts zu meckern. Und selbst diese geschmackliche Verfehlung kann man sehr einfach beheben, indem man sich direkt in den Theme-Einstellungen des Browsers das Classic Theme herunterlädt. Mittlerweile benutze ich den neuen Opera sogar fast schon öfter als Firefox 3, was wohl daran liegt, dass Opera 9.5 in puncto Geschwindigkeit sogar den neuen Firefox ganz schön alt aussehen lässt. Schon länger bietet Opera das Feature Speeddial, das einem ermöglicht Links zu seinen neun Lieblingsseiten zusammen mit einer Thumbnail-Grafik der Seite auf der Startseite jedes leeren Tabs zu platzieren. Mittlerweile gibt es dieses Feature auch als Erweiterung für Firefox, aber da ich meinen Browser nur äußerst ungerne mit Erweiterungen überfrachte benutze dazu doch lieber Opera.
Vor fünf Jahren schien es noch als hätte sich Microsoft sein Browser-Monopol für alle Ewigkeit gesichert und es gäbe kein einziges Feature mehr, mit dem man den Webbrowser noch verbessern könnte. Heute herrscht dagegen ein Wettbewerb zwischen den Browser-Herstellern, als hätte es diese Zeit der Stagnation niemals gegeben und mit Safari 4.0 ist schon der erste Browser angekündigt, der einen eingebauten Byte-Compiler für JavaScript mitbringen soll, was das Performance-Rennen zwischen den Browsern nochmals auf eine ganz neuen Stufe stellen dürfte.




Aufgenommen: Jun 20, 14:33