Das neue Jahr ist jetzt schon bald eine Woche alt und ich habe die Zeit genutzt, um mal den Blick über mein Spieleregal schweifen zu lassen und mich auf die besten Videospiele zurück zu besinnen, die ich im vergangenen Jahr gespielt habe.
Für mich war das Spielejahr 2007 in erster Line geprägt von Sonys alternder aber immer noch großartigen Playstation 2 und Nintendos neuer Wii-Konsole, die mich schon vor ihrem Release derart begeistert hatte, dass ich sie mir 2006 gleich am Release-Tag zulegen musste.
The Legend of Zelda: Twilight Princess

Das Jahr 2007 begann für mich in punkto Videospiele, wie 2006 aufgehört hatte, nämlich mit der Wii-Version des neuen Zelda.
Twilight Princess war ein Launch-Titel der Wii, und für mich als damals frisch gebackenen Wii-Besitzer natürlich ein absoluter Pflichtkauf. Und mit einer Spielzeit von ca. 60 Stunden war es zugleich ein Spiel, das versprach, die Wartezeit bis zum erscheinen weiterer spielenswerter Wii-Titel zu überbrücken.
Wenn ihm letzteres auch nicht ganz gelungen ist, so war es dennoch ein sehr gutes Spiel. So wie die Wii meine erste Nintendo-Konsole seit dem ehrwürdigen Super Nintendo war, so war Twilight Princess für mich auch das erste Zelda seit ich damals irgendwann Anfang oder Mitte der Neunziger das noch in 2D gehaltene
A Link to the Past gespielt hatte.
Entsprechend überrascht und begeistert war ich dann auch von der gelungenen Transition des Spiels von einem 2D- zu einem 3D-basierten Gameplay. Die Rätsel waren sehr gut gemacht und haben mich auch nach bald zehn Jahre dauernder Zelda-Abstinenz sofort wieder an die 2D-Klassiker erinnert. Lediglich die Rätsel der Machart "zünde alle Fackeln an und die Tür öffnet sich" könnte Nintendo meiner Meinung nach so langsam mal auf dem Müllhaufen der Videospiel-Geschichte entsorgen.
Sehr gelungen war auch die Musik, die dem ganzen ein sehr episches Feeling verlieh und selbst die Grafik konnte trotz der Tatsache, dass es sich bei Twilight Princess technisch mehr oder weniger um ein GameCube-Spiel handelt voll überzeugen.
Besonders gut gefallen hat mir auch Links Begleiterin Midna, die durch ihre leicht zynischen Charakterzüge für den einen oder anderen Schmunzler gut war und dem Spiel einen etwas erwachseneren Charakter verlieh.
Und wenn die Story im Vergleich zu manch anderem Spiel auch nicht so besonders heraussragend ist und es sich bei genauerem Hinsehen im Kern sogar mehr oder weniger um die seit Links erstem NES-Abenteuer bekannte Story handelt, so hat sie mich gerade durch die Art und Weise wie sie erzählt wird letztlich doch in ihren Bann gezogen.
God of War
Ein ganz wichtiges Highlight im Jahr 2007 war für mich
God of War. Sicher ist das Spiel schon 2005 erschienen und die meisten hatten es wohl schon lange vor mir gezockt. Aber irgendwie ist mir dieses Spiel bis dahin wohl einfach entgangen und als ich zufällig im Internet auf Videos dieses Action-Krachers gestoßen bin, musste ich es einfach haben. Und wie sich herausstellen sollte, war ich zurecht begeistert. Lediglich die Spielzeit hätte ein wenig länger sein können.
Obwohl ich seit dem ein großer Fan von Kratos bin, habe ich bisher noch nicht den zweiten Teil gespielt. Ich hoffe dies dieses Jahr nachholen zu können. Allerdings warte ich dazu noch auf ein Platinum-Release von
God of War 2. Ich kann mir nicht helfen, aber obwohl ich letztes Jahr mehr Videospiele gekauft habe als jemals zuvor erscheinen mir 60 Euro für ein PS2-Spiel im Zeitalter von Wii und HD-Konsolen mittlerweile einfach nur total überteuert.
Final Fantasy X

Schon lange habe ich mich gefragt, was es mit diesem Hype um dieses Final Fantasy eigentlich auf sich hat. Letztes Jahr war es dann endlich so weit, und ich habe mir mit dem schon etwas älteren zehnten Teil der Reihe mein erstes Final Fantasy zugelegt. Ebenfalls ganz neu war für mich das rundenbasierte Kampfsystem. Selbst damals auf dem Super Nintendo habe ich ausschließlich RPGs mit Echtzeitkampfsystem, wie z.B. das legendäre
Secret of Mana gespielt. So war ich mir dann auch etwas unsicher, ob ich mich mit einem rundenbasierten Kampfsystem würde anfreunden können. Und tatsächlich war meine Sorge nicht unbegründet. Selbst bis ganz zum Schluß des Spiels fand ich das Kampfsystem nicht wirklich prickelnd. Nachdem ich mittlerweile aber sogar das extrem retromäßige
Final Fantasy III auf dem DS durchgespielt habe, kann ich sagen, dass ich mit rundenbasierten Kampfsystemen nunmehr meinen Frieden gemacht habe.
Überrascht hat mich an diesem Spiel ohnehin am meisten, dass ich es trotz meines Unbehagens mit dem Kampfsystem vom Anfang bis zum Ende durchgespielt habe und mit über 80 Stunden Spielzeit habe ich mit diesem Spiel mehr Zeit verbracht als mit fast jedem anderen Spiel zuvor. Was mich dazu getrieben hat? Die Story natürlich! Noch nie zuvor habe ich ein Spiel mit einer solchen Story gespielt. Nach jeder der außerordentlich hübsch gerenderten Filmsequenzen wollte ich mehr wissen. Wie geht es weiter? Wie wird es den Charakteren ergehen? Wird die Story wirklich das Ende nehmen, auf das sie unablässig zusteuert, oder wendet sich am Ende doch noch alles zum Guten?
Und nicht nur, dass die Story einfach klasse war. Sie wurde auch hervorragend und spannend erzählt und die bereits genannten Filmsequenzen und ein fantastischer Soundtrack haben mich regelrecht in die Welt von Spira aufgesogen. Da verzeiht man gerne die nicht mehr ganz zeitgemäße Ingame-Grafik und die leider nur auf englisch vorliegende Synchronisation der (deutsch untertitelten) Videos!
Okami

Leider kommt es viel zu oft vor, dass ein großartiges Spiel nicht die Aufmerksamkeit erfährt, die es verdient. Okami ist für mich ein solches Spiel. Obwohl es auch von professionellen Kritikern sehr gelobt wurde und tolle Bewertungen und Auszeichnungen verliehen bekam, konnte es seine zweifelhaft vorhandenen spielerischen Qualitäten leider nicht in entsprechende Verkaufszahlen umsetzen.
Am Spiel selbst fällt zuerst einmal der einzigartige Grafikstil auf. Wie schon ein paar andere Spiele vor ihm, so verwendet Okami die Cell Shading-Technik, bei der 3D-Objekte derart gerendert werden, dass sie wie Figuren und Objekte aus einem Comic oder einem Zeichentrickfilm erscheinen. Im Gegensatz zu den bisher bekannten Cell Shading-Spielen ahmt Okami den Stil alter japanischer Tuschezeichnungen nach, so dass das Spiel ein ganz eigenes, unverwechselbar asiatisches, Aussehen erhält.
Die Geschichte des Spiels dreht sich um die japanische Sonnengöttin Amateratsu, die in Gestalt eines Wolfes in das geschundene und vom bösen überwältigte Land Nippon gerufen wird. Ihre Aufgabe besteht im wesentlichen darin, der Welt durch ihre göttlichen Fähigkeiten ihren alten Glanz zurückzugeben und die Dämonen, die das Land heimgesucht haben zu besiegen.
Wenn das Gameplay in seinen Grundzügen auch nicht sonderlich innovativ ist und sehr an ein Zelda-Spiel erinnert, so haben die Entwickler mit dem so genannten "Göttlichen Pinsel" doch auch ein sehr innovatives und an den Grafikstil des Spiels angelehntes Gameplay-Element in das Spiel eingebaut. Dieser göttliche Pinsel repräsentiert die göttlichen Fähigkeiten des Spielers und ermöglicht es, die Umwelt zu manipulieren. Dazu drückt der Spieler eine Taste auf dem Controller und die Welt erscheint wie auf ein Stück Pergament gezeichnet in Sepiatönen. Solange der Spieler in diesem Modus ist, kann er mit dem linken Analogstick einen Pinsel über dieses Pergament führen und so Linien und Formen in die Welt zeichnen. Zeichnet er dabei zum Beispiel einen Kreis an den Himmel, so geht die Sonne auf. Wenn er dagegen einen Kreis um einen Baum zeichnet, so beginnt dieser zu blühen. Im Laufe des Spiels können insgesamt 13 dieser so genannten Pinseltechniken erworben werden, mit denen der Spieler dann beispielsweise auch eine Windböe oder ein Inferno auslösen kann.
Auch bei der Spielzeit von ca. 60 Stunden ist einiges geboten fürs Geld und das sehr japanisch wirkende Setting des Spiels, das von der Musik noch gekonnt unterstrichen wird, machen das Spiel für jeden Japan-Fan zu einem echten Erlebnis.
ICO

Nach all den Lobgesängen, die ich über dieses schon etwas ältere Kultspiel bis zu diesem Zeitpunkt gehört hatte, musste ich einfach zuschlagen, als es mir beim stöbern im Elektromarkt für 30 Euro in die Hand fiel. Und was soll ich sagen, ich habe es nicht bereut.
ICO ist ein sehr ungewöhnliches Spiel. Die Geschichte des Spiels handelt von einem Jungen namens Ico, der mit Hörnern auf dem Kopf geboren wird. Wie alle anderen derart missgebildeten Jungen aus seinem Dorf, wird auch er, als er zwölf Jahre alt wird, von den Männer seines Dorfes in ein auf einer Insel gelegenes altes, verfallenes Schloß gebracht. Dort wird er als Opfergabe in einen von hunderten Sarkophagen gesperrt und seinem Schicksal überlassen. Durch einen glücklichen Umstand gelingt es ihm, aus seinem steinernen Gefängnis zu entkommen. Wie er so das Schloß erkundet entdeckt und befreit er ein Mädchen, das ebenfalls dort eingesperrt ist und eine andere, ihm unverständliche Sprache spricht. Der Spieler schlüpft nun in die Rolle Icos und muss gemeinsam mit dem Mädchen aus dem Schloß entkommen. Dabei gibt es jede Menge Rätsel zu lösen und von Zeit zu Zeit erscheinen auch Geister die versuchen, Icos Begleiterin zu entführen. Gelingt ihnen das, so ist das Spiel verloren.
Besonders charakteristisch für dieses Spiel sind die ausgewaschenen Farben, sowie der spärliche Einsatz von Musik. Lediglich Schlüsselmomente werden musikalisch untermalt, während man meistens nur Umgebungsgeräusche wie z.B. von rauschendem Wasser, Windböen oder Tiergeräusche hört. Dies alles erzeugt eine einzigartige und mitreißende Atmosphäre und wenn manche diesem Spiel auch durchaus einen künstlerischen Wert zuschreiben, so möchte ich darüber hier nicht urteilen. Eins kann ich aber mit Sicherheit sagen:
ICO ist ein verdammt gutes Spiel!
Resident Evil 4

Eigentlich kann man mich mit einem Shooter schon lange nicht mehr hinterm Ofen hervor locken. Eigentlich! Als aber
Resident Evil 4, das ich zuvor noch nie gespielt hatte, dieses Jahr auf die Wii portiert worden war, musste ich es aus Neugier auf die neue Steuerung, sowie aufgrund der sehr guten Kritiken, die dieses Spiel zuvor auf anderen Plattformen einheimsen konnte, unbedingt haben.
Und das Horror-Setting, sowie der Überlebenskampf in einer Gegend, wo es von Zombies (ich weiß offiziell sinds keine Zombies) nur so wimmelt haben ja durchaus ihren Reiz. Und erst die zerplatzenden Zombieköpfe. Und dank der im Vergleich zu gewöhnlichen Shootern recht begrenzten Munition und der zahlreichen Waffen und deren Upgrademöglichkeiten hatte das Spiel sogar noch einen taktischen Aspekt der Marke: "Wie kann ich einen Gegner mit möglichst nur einer einzigen Kugel erledigen?".
Die Story fand ich zwar eher zum Abgewöhnen aber wenn bei einem Spiel sonst alles stimmt kann man die Story sogar gänzlich ignorieren und hat immer noch ein großartiges Spiel.Ich habe dieses Spiel viermal hintereinander durchgespielt, bis ich endlich davon ablassen konnte. Dabei bin ich eigentlich eher ein Spieler, der jedes Spiel einmal durchspielt und sich dann dem nächsten Spiel zuwendet. Ich denke mehr muss man über dieses Spiel nicht sagen.
Final Fantasy XII

Nachdem mich
Final Fantasy X so sehr in seinen Bann gezogen hatte war ich natürlich sehr gespannt darauf, ob auch der zwölfte Teil mit einer derart fantastischen Story würde aufwarten können. Leider wurde ich gerade in diesem Punkt aber bitter enttäuscht. Oder bin ich der einzige, der sich gewünscht hat, dass Ashe am Ende ihren Rachegelüsten nachgiebt, so dass überhaupt einmal etwas passiert? Insgesamt emfpand ich die Story dann doch nur als einen etwas lauwarmen Star Wars-Abklatsch.
Immerhin konnte mich das Gameplay voll überzeugen. Das neue echtzeitbasierte Kampfsystem ist wirklich gelungen und so machten das Aufleveln und das Zusammensparen neuer Rüstungsgegenstände gleich deutlich mehr Spaß als noch in
Final Fantasy XII. Alles in allem ist
Final Fantasy XII kein schlechtes Spiel, aber die Story ist Geschmackssache und gemessen an meinen hohen Erwartungen war ich dann doch eher etwas enttäsucht.
Metroid Prime 3: Corruption

Bereits seit dem Deutschlandstart der Wii habe ich auf dieses Spiel gewartet. Ansich gibt es an dem Spiel nichts auszusetzen. Die Wii-Steuerung funktioniert so gut, wie man es sich nur wünschen kann, die Boss-Kämpfe sind sehr gut gemacht und abwechslungsreich und auch die Grafik setzt neue Maßstäbe für künftige Wii-Spiele und zeigt, was die Wii wirklich kann.
Gestört hat mich lediglich, wie Retro Studios in diesem neusten Metroid-Spiel versucht, hat die Massenkompatibilität der Serie zu steigern. Filmsequenzen und die Einführung von NPCs haben dem Spiel für meine Begriffe nicht unbedingt gut getan und zum großen Teil die Atmosphäre völliger Abgeschiedenheit, wie sie frühere Metroid-Spiele immer zu vermitteln wussten zumindest zum Teil kaputt gemacht. Auch die Tipps, mit denen das Spiel einem ständig sagt, wo man als nächstes hin muss fand ich eher nervig, da sie mich oft davon abhielten, auf eigene Faust loszuziehen und die einzelnen Planeten zu erkunden. Für Spieler, die noch nie ein Metroid-Spiel gespielt haben mögen diese Tipps zwar hilfreich sein, allerdings würde ich es bevorzugen, wenn man sie auch abschalten könnte.
Super Mario Galaxy

Als die ersten Webseiten Mario Galaxy zum Spiel des Jahres gekührt hatten, war ich noch ganz am Anfang des Spiels und eher skeptisch, ob das Spiel diese Auszeichnungen wirklich verdient hatte. Damals war mein erster Eindruck nämlich, dass das Spiel für meinen Geschmack wohl viel zu kurz und zu einfach wäre. Mittlerweile bin ich zwar immer noch nicht durch, habe aber immerhin schon 90 Sterne zusammen und weitere Einblicke gewonnen. Und mittlerweile habe ich gemerkt, dass Nintendo gerade was die Länge und den Schwierigkeitsgrad des Spiels angeht hier ein sehr großer Wurf gelungen ist. Wie in jedem Mario-Spiel muss man auch hier Bowser besiegen und die Prinzessin retten. Um aber überhaupt zu Bowser zu gelangen, muss man jede Menge abgedrehter Galaxien mit den verschiedensten Leveldesigns bereisen und dort Sterne ergattern. Insgesamt gibt es 120 Sterne, um zu Bowser zu gelangen und das Spiel zu beenden genügen aber schon 60 Sterne. Dadurch ist es auch einem Gelegenheitsspieler möglich durch das Spiel zu kommen, während für einen ambitionierteren Spieler, der alle 120 Sterne haben und das Spiel vollständig durchspielen möchte, einige Herausforderungen geboten sind.
Das Spiel begeistert vor allem durch die abgedrehten Leveldesigns, so wie den kreativen Einsatz der Gravitation, die einen oftmals komplett um einen Planetoiden laufen lässt und des öfteren auch erlaubt, zwischen verschiedenen Planetoiden hin und her zu springen. Gerade die Gravitation verleiht dem Spiel eine neue Art von Freiheit und man hat fast das Gefühl, als würde man mit Mario mehr als nur drei Dimensionen erkunden.
Abschließende Worte
Wenn ich das Jahr nochmal Revue passieren lasse so wird mir klar, dass 2007 das beste Spielejahr seit langem, wenn nicht sogar das beste überhaupt war und ich bin schon gespannt was uns dieses Jahr noch alles erwarten wird.