Die letzten zwei Wochen war ich im zweimal jährlich wiederkehrenden Prüfungsstress und bin nicht wirklich zum Zocken gekommen. Nicht viel besser sah es da natürlich auch mit der Verfolgung der aktuellsten Spielenachrichten aus. Umso erstaunter war ich, als ich heute lesen musste, dass Capcom der PS3-Version von
Devil May Cry 4 eine
Zwangsinstallation verpasst hat. Richtig! Wenn ihr das Spiel zocken wollt, dann müsst ihr zuerst eine gut 20-minütige Installationsroutine über euch ergehen lassen. Spielen ist erst dann, wenn die PS3 5GB an Installationsdaten von der Blu-Ray-Disk auf die Festplatte geschaufelt hat. Also genauso, wie bei der grauen Kiste unterm Schreibtisch.
Was kommt als nächstes, wenn andere Hersteller Capcoms Beispiel folgen? Darf man in Zukunft vielleicht auch noch vor jeder Installation einen 20-stelligen Produktkey mit Controller und virtueller Tastatur in ein Textfeld hacken? Wieviel Speicherplatz werden die dann grafisch noch viel aufwändigeren Spiele in 2 Jahren belegen und wird die Installation dann irgendwann gleich eine ganze Stunde dauern? Und was werde ich machen, wenn ich in ein paar Jahren meine alten PS3-Klassiker wieder ausgrabe, um wieder einmal in alten Erinnerungen zu schwelgen? Muss ich dann erst entscheiden, welches meiner neuen Spiele ich von der Platte putze um genug Platz für die Installation der alten Spiele frei zu haben? Und anschließend wieder die alten Spiele löschen um die neuen wieder spielen zu können? Zumindest bei der aktuellen 40GB-Version der PS3 ist das nicht besonders weit her geholt.
Mag ja durchaus sein, dass das Blu-Ray-Laufwerk der PS3 langsamer ist als das DVD-Pendant der XBox 360 und somit längere Ladezeiten entstehen. Aber selbst wenn man das Spiel auf der Festplatte installiert, kann man das nicht wenigstens intelligenter lösen? Kann man nicht einfach am Anfang des Spiels längere Ladezeiten in Kauf nehmen, die mit steigender Spielzeit immer kürzer werden, da die geladenen Daten sukzessive auf der Festplatte gecacht werden? Und könnte man die sofortige Komplettinstallation nicht einfach optional anbieten, so dass jeder selbst entscheiden kann, ob er lieber noch einmal eine Runde um den Block geht oder gleich mit dem Spielen loslegt und dafür länger Ladezeiten in kauf nimmt?
So dämlich der Begriff auch ist, aber mit
Next Gen hat das nichts zu tun. Gegen ein Caching von Spieledaten ist eigentlich nichts einzuwenden. Vor allem, wenn man dadurch die Ladezeiten während des Spiels größtenteils eliminieren kann. Aber eben nur dann, wenn es optional ist, und man das Spiel auch ohne Caching spielen kann. So wie Capcom es realisiert hat, ist es einfach nur ein Rückschritt in die Zeit der grauen Kisten.
Und was war da eigentlich nochmal mit Nintendo? Ach ja, richtig!
Japanische Käufer von Brawl hatten Probleme, das Spiel in ihren Wiis
abzuspielen. Laut Nintendo sind Staub und Ablagerungen von Zigarettenrauch für die Lesefehler verantwortlich. Der Grund warum nur Brawl betroffen ist besteht angeblich darin, dass es das erste Wii-Spiel ist, das auf einer zweilagigen DVD ausgeliefert wird und das Auslesen von zweilagigen DVDs eine genauere Kalibrierung des Lasers verlangt.
Aber mal ehrlich: Wie lange gibt es jetzt DVDs? Ich kann mich nicht erinnern je einen DVD-Player besessen oder auch nur von einem gehört zu haben, der nicht mit zweilagigen DVDs zurechtkommt. Im Jahr 2008 (oder auch 2006 als die Wii auf den Markt kam) sollte das Auslesen von zweilagigen DVDs ja nun wirklich kein Hexenwerk mehr sein. Bleibt also nur zu hoffen, dass die betroffenen Spieler ihre Wiis unter Bedingungen lagerten, die jeden deutschen Feinstaubfanatiker das Fürchten lehren würden und das Ganze nur wegen der allgemeinen Brawl-Hysterie hochgekocht wurde.