Bescherte Nintendo uns letzte Woche kein einziges neues Spiel für die Virtuelle Konsole, so sind es diese Woche gleich fünf: Alex Kidd in Miracle World, Fatal Fury 2, Nebulus, Ninja Combat und The Last Ninja 2.
Beschreibungen und Videos gibt es nach dem Klick
"Neue VC-Releases vom 13. Juni 2008" ... »
Donnerstag, 12. Juni 2008
Civilization Revolution: Erster Eindruck

Seit letzter Woche steht nun bereits die Demoversion von Civilization Revolution im amerikanischen PlayStation Store zum Download bereit und natürlich musste ich mir schnellstmöglich einen ersten Eindruck von Sid Meiers neuem Strategiespiel verschaffen.
In der Demo kann man nur die beiden Zivilisationen Römer und Ägypter spielen, alle anderen sind sichtbar aber für den Spieler gesperrt. Außerdem wurde ist die Zahl der Runden beschränkt, so dass das Spiel schon im Jahre 1250 n. Chr. abgebrochen wird. Ansonsten stehen einem für eine Demo aber sehr viele Möglichkeiten offen und man bekommt schon mal einen sehr guten Eindruck davon, wie das Endprodukt wohl aussehen wird.
Wenig überraschend fällt beim Start des ersten Spiels die starke Ähnlichkeit der Grafik mit der von Civilization IV auf. Stilistisch gibt es dort keine großen Unterschiede, nur ist mir die Grafik des PC-Spiels als detaillierter in Erinnerung geblieben. Eher negativ überrascht war ich von der Intromusik, die im Vergleich zur Musik des Vorgängers doch arg enttäuschend ausfällt. Aber vielleicht bessert Firaxis da bis zur Veröffentlichung der Verkaufsversion ja noch nach.
Wie zu erwarten war wurde das Spiel für die Konsolenportierung an manchen Stellen vereinfacht, so dass die Steuerung beherrschbar bleibt und auch die Spielzeit nicht ganz so episch ausfällt wie auf dem PC. Hierzu hat Firaxis unter anderem die in früheren Spielen vom Spieler frei steuerbaren Bautrupps stark modifiziert. Diese werden nun nur noch auf den Felder jeder Stadt eingesetzt, sind vom Computer verwaltet und müssen auch nicht mehr vom Spieler produziert werden. Will man seine Städte durch ein Straßennetz miteinander verbinden, so kann man nun in der Stadtansicht durch den Menüpunkt "Straße bauen" und die Auswahl der Zielstadt gegen die Zahlung von Gold eine Straße zur gewünschten Stadt bauen lassen. Die Straße wird dabei noch in derselben Runde fertiggestellt - das aus früheren Spielen bekannte rundenlange Herumdirigieren der Bautrupps bis zur Zielstadt entfällt nun.
Ebenfalls vereinfacht wurde die Bildung von Armeen. Musste die eigene Zivilisation dazu früher noch große Führungspersonen hervorbringen, so können nun ohne Vorbedingungen mehrere Einheiten zu einer Armee vereint werden.
Die ganz große Frage bei diesem Spiel war für mich natürlich die, ob die Steuerung und das Spielprinzip auch wirklich auf der Konsole funktionieren würden. Und nach dem ersten Spiel war ich in dieser Beziehung wirklich enttäuscht. Der Steuerung fehlte einfach die Direktheit der Maus und eher unerwartet kam hinzu, dass ich es trotz der Vereinfachungen, die das Spiel über sich ergehen lassen musste, für die Augen als recht Anstrengend empfand, soviel verhältnismäßig kleinen Text zu lesen und mich durch so viele Menüs zu hangeln. Bei Konsolenspielen wird man in der Regel schließlich mit deutlich weniger Text konfrontiert und auch die Entfernung zum Bildschirm ist ein gutes Stück kleiner als an der Konsole.
Obwohl ich zumindest die PS3-Version für mich schon so gut wie aufgegeben hatte, habe ich mir glücklicherweise nochmal einen Ruck gegeben und siehe da: Schon während des zweiten Spiels habe ich mich an das Konsolen-Civilization gewöhnt und vermisse die Maus kein bisschen mehr und auch von der Couch aus lässt es sich bequem spielen.
Insgesamt kann ich sagen, dass die Konsolenportierung von Civilization der Demo nach zu urteilen wohl ein voller Erfolg ist. Und obwohl ich immer noch eher zur DS-Version tendiere, überlege ich schon, ob ich mir nicht vielleicht sogar gleich beide Versionen kaufen soll.
Sonntag, 1. Juni 2008
Spielbericht: GTA IV

Bereits kurz nach dem Release habe ich von meinen ersten Erfahrungen mit dem neusten Spiel der GTA-Serie berichtet. Nun habe ich nach ca. 35 Stunden Spielzeit die Story mit einem Spielfortschritt von ca. 68 Prozent abgeschlossen und es ist Zeit für ein ausführliches Review.
Wie mittlerweile jedem bekannt sein dürfte, schlüpft man in GTA IV in die Rolle des Serben Niko Bellic, der noch immer von seiner dunklen Vergangenheit im Krieg im ehemaligen Jugoslawien verfolgt wird und nach Liberty City kommt, um dort ein neues Leben zu beginnen. Schon bei der Ankuft stellt sich jedoch heraus, dass sein Cousin Roman nicht annähernd so wohlhabend ist wie er aus der Ferne immer berichtet hatte. So macht man dann auch recht schnell Bekanntschaft mit der Unterwelt von Liberty City und verdient seine Brötchen mit all den "Tätigkeiten", die zu einem GTA-Spiel nun einmal dazugehören.
Missionen
Bei den Missionen selbst hat sich nicht viel geändert. Nach wie vor bestehen sie zum überwältigenden Teil aus Attentaten, Autodiebstahl, Verfolgungsaktionen, der bewaffneten Flucht aus umstellten Gebäuden und gelegentlichen Befreiungsaktionen. Nichts neues also, abgesehen von einem größtenteils stark verringerten Schwierigkeitsgrad, der die Missionen nicht langweiliger macht, dem Spieler aber einigen Frust erspart. Positiv hervorheben muss ich in diesem Zusammenhang außerdem das neue Speichersystem, das nach jeder erledigten Mission automatisch speichert und einem so das nervige Hin- und Herfahren zwischen Versteck und Missionsort merklich reduziert. Außerdem gibt es jetzt auch die Möglichkeit eine gescheiterte Mission zu wiederholen. Leider landet man dabei allerdings nicht direkt am Missionsort, sondern beginnt die Mission direkt nach dem Missionsbriefing, d.h. man findet sich in aller Regel vor dem Haus des Auftraggebers wieder und muss erst noch zum Missionsort fahren. Immerhin spart man sich die erneute Fahrt zum Auftraggeber, die in früheren GTA-Spielen unvermeidlich war.
Grafik
Hatte ich mich in meinem ersten Bericht noch über die Grafik und die recht eingeschränkte Sichtweite beklagt, so muss ich diese Aussage jetzt wieder ein wenig relativieren. Nach kurzer Zeit hatte ich mich an die eingeschränkte Sicht gewöhnt und spätestens nachdem ich zum Vergleich noch einmal eine Runde San Andreas auf der PS2 gespielt habe bin ich von den grafischen Vorzügen von GTA IV überzeugt. Zwar sieht GTA IV nicht so gut aus wie ich es aufgrund der Trailer und Screenshots erwartet hatte, aber wenn man bedenkt, dass das Spiel im Gegensatz zu den meisten anderen Spielen eine komplette Stadt und nicht nur lineare Levels (wie z.B. in Uncharted) darstellen muss, kann man mit der Grafik durchaus zufrieden sein.
Neuerungen
Viel wichtiger als die Grafik war mir ohnehin das Gameplay und hier hat Rockstar noch einige mehr, als die bisher genannte Neuerungen umgesetzt. So besitzt Niko nun ein Handy, mit dem er alle ihm bekannten Personen jederzeit anrufen, bzw. von diesen angerufen werden, kann. Gleichzeitig dient das Handy auch als Einstiegspunkt in den nun endlich verfügbaren Multiplayer-Modus. Dieser bietet eine ganze Reihe von unterschiedlichen Spielmodi, die von Death-Match über Bandenkämpfe bis hin zur kooperativen Rettung eines gerade am Flughafen angekommenen Verbrecherbosses vor einem Großaufgebot der Polizei reichen. Parallel zum Handy steht mit mehreren Internet-Cafes im Stadtgebiet noch ein weiteres modernes Kommunikationsmittel bereit. Hier kann Niko seine E-Mails abrufen (die ihm manchmal auch neue Aufträge bescheren), Dates über eine Dating-Plattform anbahnen und zahlreiche Parodien echter Websites aufsuchen.
Damit auch während den Missionen möglichst alles glatt läuft, hat Rockstar nun auch ein Deckungssystem eingeführt, das zwar leider nicht immer ganz perfekt funktioniert, insgesamt aber eine willkommene Erleichterung darstellt, da ein Schusswechsel nun nicht mehr ein so großes Glücksspiel ist wie in früheren Spielen der Serie. Wer sich zu Missionen bisher häufig verfahren hat und keine große Lust hatte, die Karte der Stadt auswendig zu lernen, wird sich über das Navigationssystem freuen. Jedes Fahrzeug verfügt nun über ein Navi, welches einen nach dem Markieren eines beliebigen Punktes auf der Ingame-Karte sicher an den Zielort lotst.
Eine eher nervige Neuerung in GTA IV stellt das Freundesystem dar. Im Laufe der Story gewinnt man mehrere Personen automatisch als Freunde, die dann öfters mit einem etwas unternehmen wollen (Trinken, Stripclub, Bowling etc.). Unternimmt man oft genug etwas mit ihnen, so steigt das eigene Ansehen bei diesen Personen irgendwann soweit, dass sie bereit sind einem bestimmte Gefallen zu tun. GTA-typisch handelt es sich dafür natürlich um solche "Gefallen", wie den Einbau von Bomben in Fahrzeuge, Verkauf günstiger Waffen oder auch das Vorbeischicken einer Gruppe von Schlägern, die einem bei einer Mission tatkräftig unter die Arme greifen. Klingt zwar recht nützlich, hat aber den Nachteil, dass diese Freunde einen auch gerne einmal anrufen, während man gerade auf dem Weg zu einer schon mehrmals versuchten Mission ist und gerade überhaupt keinen Nerv hat, um mit seinen virtuellen Kumpels herum zu hängen. Drückt man sie dann einfach weg, sagt ihnen ab oder lässt sie klingeln bis sie schwarz werden, so sinkt man in ihrem Ansehen, und der letzte Barbesuch war zumindest teilweise umsonst. Wie ich erst nach dem Durchspielen der Story festgestellt habe, kann man das Handy durch Auswahl eines etwas versteckt platzierten Menüpunkts allerdings auch abschalten, wenn man gerade keine Lust auf solche Anrufe hat, und praktischerweise sinkt man dann auch nicht im Ansehen der Freunde. Das muss man allerdings auch erstmal wissen.
Die letzte große Neuerung in GTA IV ist die neu eingeführte Möglichkeit eigene Entscheidungen zu treffen. So wird man im Verlauf des Spiels immer mal wieder vor die Wahl gestellt, ob man eine bestimmte Person wirklich tötet oder sie nicht doch vielleicht verschonen will. Dabei wird das Schicksal der jeweiligen Person anschließend scheinbar beiläufig von irgend einem anderen Character erwähnt, und man fragt sich dabei öfters, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat.
Enttäuschungen
Die erste große Enttäuschung hat Rockstar uns schon lange vor dem Release beschert, als sie bekannt gegeben haben, dass der vierte Teil wieder in einer einzigen Stadt spielen wird. Und wenn Liberty City auch detaillierter und größer ist als die drei Städte in San Andreas, so ist doch lange nicht so groß und detailliert wie ich gehofft hatte. Noch immer gibt es viele Gebäude (vor allem auch Läden), die von außen fälschlicherweise aussehen, als könnte man sie betreten. Am meisten habe ich in GTA IV aber vermisst, einfach mal aufs Land zu fahren und die Großstadt hinter mir zu lassen. Aber auch die Dramatik leidet darunter, dass sich alles in einer einzigen Stadt abspielt. Ähnlich wie in San Andreas gibt es auch in GTA IV einen Moment, in dem man alles hinter sich lassen muss und plötzlich wo anders wieder ganz von vorne anfangen muss. War dies in San Andreas mit der Flucht in eine andere Stadt noch sehr glaubhaft umgesetzt, so wirkt es auf mich fast schon lächerlich, wenn Niko und Roman in GTA IV lediglich auf die Nachbarinsel umziehen.
Eins meiner Lieblingsfeatures in Vice City war die Möglichkeit Appartments, Häuser und sogar Unternehmen zu kaufen. In San Andreas wurden die Unternehmen dann leider gestrichen, ersatzweise standen dafür dann aber zumindest mehr Appartments und Häuser zum Verkauf. Beide Spiele hatten das Problem, dass man relativ schnell an einem Punkt angelangt war, an dem man alles was man kaufen konnte besaß und nicht mehr wusste, was man mit dem ganzen Geld anfangen sollte.
Wer sich, wie ich, für GTA IV eine Lösung dieses Problems erhofft hatte, wird sehr enttäuscht sein. Statt mehr Grundbesitz zum Kauf bereit zu stellen, haben die Entwickler dieses Feature gleich ganz entfernt. Stattdessen erhält man sämtliche Verstecke im Verlauf des Spiels automatisch geschenkt. Als Konsequenz kann man mit Geld noch weniger anfangen und schon nach kurzer Zeit hat man alleine durch die Missionen so viele flüssige Mittel angehäuft, dass man beim Kauf von Kleidung und Waffen (viel mehr kann man wirklich nicht kaufen) den momentanen Kontostand überhaupt nicht mehr beachten muss.
Apropos Kleidung: Die Zahl der verfügbaren Kleidungsstücke wurde im Vergleich zu San Andreas drastisch reduziert, die RPG-Features wurden gleich komplett entfernt. Tatsächlich findet man insgesamt aber doch genug zum Anziehen und so wirklich viel Lust hatte ich auch noch nie, Niko ein individuelleres Aussehen zu verpassen. Was mich wirklich wurmt ist die Tatsache, dass im ganzen Spiel nur zwei Brillen gibt. Hätte Rockstar nicht zumindest eine akzeptable Auswahl an Sonnenbrillen anbieten können? So aufwändig kann es ja wohl nicht sein, ein paar Sonnenbrillen zu modellieren. Und welches Kleidungsstück kann in einem Gangsterepos wie GTA wichter und stimmungsvoller sein, als eine coole Sonnenbrille?
Story (VORSICHT: Leichte Spoiler)
Einen großen Reiz an der GTA-Serie macht für mich immer der Underdog-Charakter des Protagonisten aus. Man kommt in eine Stadt voller Korruption und Verbrechen, in der man entweder ein Fremder oder einfach nicht mehr willkommen ist. Hat man die Story dann aber abgeschlossen, so hat man alle Widerstände überwunden und findet sich selbst in der Rolle des größten Gangsters der Stadt wieder. Am Ende von Vice City besaß man die riesige Villa des größten Drogenbosses der Stadt und sämtliche illegalen Tarnfirmen. In San Andreas entledigte man sich seines ärgsten Feindes und machte die eigene Gang zur einzigen im ganzen Bundesstaat.
Spätestens als ich ziemlich am Anfang des Spiels mit Roman durch die Gegend fuhr und er voller Begeisterung meinte: "We're going to the top, Niko!", war es wieder da, das GTA-Feeling. In dem Moment wusste ich, wie die Story ausgehen würde - zumindest glaubte ich das. Das tatsächliche Ende ist weit weniger spektakulär, als ich gehofft hatte. Zwar hat Niko sein ursprüngliches Ziel erreicht, doch hat er das ganze Spiel über seine Zeit nur mit Möchtegern-Gangstern verschwendet und befindet sich am Ende in einer ähnlichen Lage, wie zum Zeitpunkt, als er in Liberty City angekommen ist. Nicht umsonst fragt Niko am Ende Roman, nachdem dieser voller Enthusiasmus meinte sie hätten es geschafft, was sie denn überhaupt geschafft hätten. Und viel haben sie wirklich nicht geschafft.
Letzlich wirkt die Story von GTA IV auf mich lediglich wie der Prolog zur eigentlichen Geschichte. Zugegeben, Rockstar hat den Charakteren mehr Tiefe verliehen als noch in früheren Spielen und auch die Videos sind deutlich besser geworden. Aber was nützt das alles, wenn die Story letztlich auf der Stelle tritt? Momentan ist Liberty City eine riesige und kaum erkundete Stadt, in der es noch viele Geschichten zu erzählen gibt. Und möglicherweise hatte Rockstar genau das beabsichtigt. Schließlich wollen ja auch die noch ausstehenden Download-Episoden etwas zu erzählen haben.
Fazit
GTA IV ist ein grundsolides Spiel, kann dem im Vorfeld der Veröffentlichung zelebrierten Hype aber nicht gerecht werden. Wichtigste Innovation dieses Spiel ist für mich eindeutig das Handy, das wohl in Zukunft auch in anderen Spielen Einzug halten dürfte. Zwar hat Rockstar die Serie insgesamt um sehr viele Neuerungen bereichert, im Vergleich zu San Andreas scheint es mir aber, als hätte man einen Schritt nach vorne und zwei zurück gemacht.
« vorherige Seite
(Seite 2 von 2, insgesamt 10 Einträge)



