Viel wurde bereits geschrieben über das Für und Wider von PC und Konsolen, und welches der beiden Konzepte nun am besten zum Spielen geeignet ist. In diesem Artikel soll es deshalb einmal nicht um dieses mittlerweile schon recht ausgelutschte und langweilige Thema gehen. Stattdessen möchte ich mich der Frage widmen, in wie weit der PC für weitere private Tätigkeiten, die nicht direkt mit dem Spielen zu tun haben, noch zeitgemäß ist. Der Bezug zum Spielen ist aber vor allem deshalb schon da, weil manche dieser anderen Einsatzgebiete des PCs ansatzweise schon von der aktuellen Konsolengeneration angepeilt werden.Zuerst einmal muss man sich darüber im Klaren sein, was ein PC überhaupt ist und welche konkurrierenden Konzepte es gibt. Grundsätzlich ist ein PC eine Universalmaschine, die es dem Benutzer erlaubt praktisch alle Tätigkeiten auszuführen, die mit einem Computer überhaupt nur denkbar sind. Das beginnt bei sehr einfachen und alltäglichen Dingen wie Textverarbeitung und Internet und endet bei so komplexen und spezialisierten Themen wie Hardware- und Software-Entwicklung.
Dem PC gegenüber stehen spezialisierte Geräte, die technisch auch Computer sind, allerdings nur ein begrenztes Anwendungsspektrum bedienen. Dazu zählen natürlich Spielekonsolen, aber auch DVD-Player und Festplattenrekorder sind in dieser Kategorie zu finden.
Einher mit diesen grenzenlosen Möglichkeiten des PCs gehen viele Probleme und Unzulänglichkeiten, die bei anderen Geräten so nicht zu finden sind. So sind PCs wesentlich unzuverlässiger als spezialisierte Geräte wie etwa Videorecorder und CD-Player und werden von ganz eigenen Problemen wie etwa Viren, hohem Stromverbrauch, Aufrüstwahn und Inkompatibilitäten (man denke nur an das schier grenzenlose Wirrwarr bei den Videocodecs) geplagt. Durch die fehlende Spezialisierung muss der PC natürlich auch eine möglichst allgemeine Benutzerschnittstelle anbieten, was die Bedienung oft weit komplizierter macht als sie eigentlich sein müsste. Gerade dadurch, dass der PC sehr viele Funktionen auf sich vereint ist ein Ausfall natürlich gleich wesentlich schlimmer, als wenn nur eines von vielen spezialisierten Geräten ausfällt, hat man in letzterem Falle natürlich oft die Möglichkeit auf eine andere Tätigkeit auszuweichen.
In den letzten zehn Jahren haben sich einige Hauptanwendungsgebiete herauskristallisiert, die heute für nicht wenige Anwender überhaupt der Grund sind sich einen PC bereit zu halten. Dazu zählen in erster Linie die folgenden Anwendungsfälle:
- Internet
- Musik hören (MP3 etc.)
- Filme anschauen
- Fotos
Internet
Killeranwendung Nummer 1 für einen PC ist ohne Zweifel das Internet (genauer gesagt das World Wide Web). Zwar besitzen alle Konsolen außer der XBox einen Browser, aber selbst an der PS3 habe ich keine große Lust diesen auch wirklich zu benutzen. Hauptproblem ist das Fehlen einer brauchbaren Eingabemöglichkeit und das etwas eigenartige Zoomverhalten (die Bildschirmränder bleiben meist ungenutzt). Zwar könnte ich auch eine USB-Tastatur anschließen, aber diese wäre dann wieder im Weg, wenn man nur zocken will (was bei einer Konsole öfters der Fall ist).
So kommt es oft vor, dass ich während ich Spiele eine Lösung im Internet nachschlagen möchte und dafür erst den Rechner hochfahren muss. Das gleiche Problem ergibt sich auch, wenn man einfach ein Buch liest und plötzlich etwas auf Wikipedia nachschlagen möchte, weil man einen spontanen Einfall hatte. Das Web ist mittlerweile so wichtig, dass man es immer zur Verfügung haben möchte, zumindest aber wenn man zuhause ist. Und zwar ohne jedes Mal erst Minutenlang den Rechner hochfahren zu müssen.
Schon seit Jahren wünsche ich mir für solche Fälle ein Internet-Tablet, das aber wirklich nur ein spezialisiertes Surfbrett ist und nicht viel mehr kann als im Internet zu surfen. Das Gerät sollte möglichst sofort nach dem Anschalten "da" sein und seine Größe sollte sich irgendwo zwischen DIN A5 und DIN A4 bewegen. Zur Eingabe ein mit den Fingern bedienbarer Touchscreen und die Benutzerführung ähnlich wie beim iPhone und das Gerät wäre perfekt. Ansätze für Internet-Tablets gibt es zwar, wie z.B. das Nokia N810, aber diese Geräte sind im Vergleich zu dem was ich mir Vorstelle winzig klein und die Bedienung mit dem Stift ist einfach nur inakzeptabel. Schließlich stelle ich mir unter einem solchen Tablet ein dem PC mindestens ebenbürdiges Surfgerät für zuhause und keinen besseren PDA vor.
Hier gilt etwa dasselbe, was ich zum Thema "Internet" gesagt habe. Schön wäre es, wenn man seine Emails schnell und ohne Anstalten abrufen und auch beantworten könnte, ohne jedesmal den PC oder das Notebook bemühen zu müssen. Das könnte sehr schon über das bereits beschriebene Internet-Tablet erfolgen.
Musik hören
Hier können die Konsolen schon am ehesten Punkten. Eine PS3 eignet sich sehr gut um Musik abzuspielen, vor allem da man ohnehin dazu neigt, sie an die heimische Stereoanlage anzuschließen. Allerdings ist der Stromverbrauch der PS3 nur zum Musikhören doch etwas hoch. Hier kann man nur auf ein eventuelles Slim-Modell hoffen.
Filme anschauen
Auch um Filme anzuschauen ist eine HD-Konsole sehr gut geeignet. Allerdings nervt es einfach, dass nicht alle Codecs unterstützt werden und man schlimmstenfalls sogar Videos umkodieren muss, um sie auf der Konsole ansehen zu können. Hier wäre es von Vorteil, man könnte einfach Out-Of-The-Box auf einen mit praktisch allen Codecs gesegneten Player wie VLC zurückgreifen, das dürften die Hersteller aus Lizenzgründen aber wohl nicht machen. Außerdem sind die Festplatten der aktuellen Konsolen dafür einfach viel zu klein. Also bleibt momentan nur selbst aufrüsten oder darauf warten, dass die Hersteller von sich aus anständig dimensionierte Festplatten verbauen.
Fotos
Fotos sind ebenfalls etwas, was sich sehr gut mit einer Konsole lösen ließe. Kann man so doch die Bilder direkt von der Kamera runterladen und gleich am großen LCD-Bildschirm betrachten. Schön wäre es auch, wenn man alle Fotos auf einen Knopfdruck auf einen Server irgendwo im Internet sichern könnte, auf dem sie idealerweise Verschlüsselt abgelegt werden. Schließlich wird das Sicherungsproblem gerade bei der Digitalfotographie noch nirgends zufriedenstellend gelöst und man möchte die Bilder von heute auch in zwanzig Jahren noch verfügbar haben.
Um nun abschließend noch ein wenig den Blick in die Kristallkugel zu riskieren: Ja, ich glaube, dass in Zukunft große Anwendungsgebiete vom PC weg auf spezialisierte Geräte wandern werden, wobei es sich zum . Solange der Anwender nicht selbst kreativ werden möchte, dürften solche Geräte in den meisten Fällen wesentlich einfacher zu bedienen sein als ein PC, so dass der PC in Zukunft wohl immer mehr den Weg zum reinen Arbeits- und Spezialistensystem gehen dürfte.


