Ascendancy ist ein rundenbasietes Science-Fiction-Strategiespiel, in dem der Spieler die Geschicke einer von 21 über die ganze Galaxis verstreuten (nicht humanoiden) Rassen in die Hand nimmt. Jede dieser Rassen verfügt über eine Spezialfähigkeit, so dass sie auf einem bestimmten Gebiet (z.B. Militär oder Wissenschaft) Gegnern überlegen ist. Sobald man ein neues Spiel beginnt, kann man - ähnlich wie bei Civilization - die Parameter der anschließend zufällig generierten Spielwelt bestimmen. Dort kann man die Zahl der Sterne und der zufällig ausgewählten Rassen in der Galaxis, sowie die Aggresivität der gegnerischen Computerspieler festlegen. Hat man alle Einstellungen vorgenommen und ein neues Spiel gestartet, so wird jedesmal zufällig eine ganz eigene Galaxis erzeugt.
Am Anfang eines neuen Spiels findet man sich auf dem Heimatplaneten seiner Rasse wieder, die gerade kurz vor der Entdeckung der interstellaren Raumfahrt steht. Zuerst muss man auf dem einzigen Planeten, der einem zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung steht, Industrie und Forschung in Gang bringen. Es gibt in Ascendancy keine Ressourcen, stattdessen entscheidet (fast) nur die Anzahl der gebauten Forschungs- und Industriegebäude über den Output des Planeten. Anfangs kann man nur Fabriken und einfache Forschungslabors bauen, wenn man weitere Technologien erforscht hat, können später auch Megafabriken und große Forschungseinrichtungen gebaut werden. Außerdem muss man öfters auch Gebäude zur Nahrungsproduktion bauen, die den Wohlstand des Planeten vergrößern, da sonst die Bevölkerung nicht weiter wächst und ein Planet ohne freie Bevölkerung keine Bauaufträge ausführen kann. So muss man im wesentlichen immer drei Arten von Gebäuden bauen, um die Industrie, die Forschung und den Wohlstand des Planeten weiter zu entwickeln und sollte darauf achten, alles im Gleichgewicht zu halten. Ein hoher industrieller Output verkürzt dabei die Bauzeit von Gebäuden und später auch Raumschiffen, ein großer Forschungs-Output verkürzt die Wartezeit bis zur Entdeckung einer neuen Technologie und nur ein wohlhabender Planet bietet eine außreichende Geburtenrate, um das Wachstum von Industrie und Forschung zu schultern.
Jeder Planet hat verschiedenfarbige Felder auf denen Gebäude errichtet werden können und wenn möglich sollte man jedes Gebäude auf dem dafür am besten geeigneten Feld bauen, da es dann einen erhöhten Output hat. So eignen sich rote Felder besonders gut für Industriegebäude, blaue für Forschungsgebäude und grüne für die Nahrungsproduktion. Dagegen sind weiße Felder neutral und schwarze können erst garnicht bebaut werden.
Sobald das erste Forschungslabor fertig gestellt wurde, kann man im Tech Tree die erste zu erforschende Technologie festlegen. Hier sollte man nun nach und nach alle zum Bau eines interstellaren Raumschiffs benötigten Technologien (Raumwerft, Schiffshülle, Reaktor, Antrieb, Sternstraßenantrieb, Kolonialisierungsmodul) erforschen. Besitzt man alle diese Technologien, so wird man vom Spiel informiert, dass man nun mit der Erforschung der Galaxie beginnen kann. Dazu muss man im Orbit des Heimatplaneten zuerst eine Raumwerft bauen. Anschließend kann man auf einem anderen freien Feld im Orbit sein erstes Raumschiff bauen. Je nach dem welche Hüllengröße man ausgewählt hat besitzt dieses mehr oder weniger Felder. Auf allen diesen Feldern kann man nun die Raumschiffkomponenten verbauen, die man bereits erforscht hat. Dies ist ein ganz großes Highlight des Spiels, da man bei der Konstruktion seiner Schiffe völlig frei ist. Allerdings muss man auch aufpassen, da man auch ein nicht funktionsfähiges Raumschiff bauen kann. Ein Raumschiff sollte mindestens einen Sternstraßenantrieb, einen normalen Antrieb und einen Reaktor besitzen. Vergisst man eine dieser Komponenten, so kann sich das Raumschiff garnicht fortbewegen oder zumindest das Sonnensystem nicht verlassen. Beides macht das Schiff ziemlich unbrauchbar.
Das erste Schiff dient immer der Erforschung und Kolonialisierung der benachbarten Sonnensysteme, weshalb man es mit möglichst vielen Kolonialisierungsmodulen bestücken sollte. Da die Reise zwischen den Sternen weit länger dauert als innerhalb des Sonnensystems und ein kleiner Vorsprung gegenüber der Computergegner nicht schaden kann, sind auch mehrere Sternstraßenantriebe sehr zu empfehlen.
Die Fertigstellung des ersten Schiffes wird einige Runden dauern (hängt von der Industrie des Planeten ab). Ist es fertig gestellt, so kann man es über es über eine der Sternenstraßen in das nächste Sonnensystem schicken. Interessante Planeten (groß mit möglichst vielen farbigen Feldern) können dann kolonialisiert werden. Für jeden Planeten, den man so besiedelt, benötigt man jeweils ein Koloninisierungsmodul. Natürlich sollte man soviele Kolonien gründen wie möglich, da diese parallel ausgebaut werden können und viele eigene Kolonien der erste Schritt zur Eroberung der Galaxie sind.
Je nach dem wie groß man die Galaxie gewählt hat und gegen wie viele andere Computerspieler man antritt, wird man schon bald auf die eine oder andere Zivilisation treffen. Aufgrund der leider sehr schwachen KI ist es hier nicht unbedingt nötig lange den Frieden zu wahren. Will man andere Schiffe bekämpfen, so muss man seine eigenen Schiffe mit Waffen ausrüsten. Zusätzlich stehen auch Schilde und Sensoren, sowie eine ganze Palette an speziellen Gerätschaften (z.B. Traktorstrahl) zur Verfügung, mit denen man seine Schiffe zusätzlich ausrüsten kann. Um einen Planeten zu erobern benötigt man Invasionsmodule auf seinen Schiffen. Normalerweise geht bei einer Invasion ein Invasionsmodul verloren. Verfügt der Gegner aber über Oberflächenschilde, so wird man für jeden Planeten gleich mehrere Invasionsmodule los.
Hat man sich erst einmal eingespielt, so ist es wegen der schwachen KI nur noch eine Frage der Zeit, bis man alle gegnerischen Zivilisationen besiegt und das Spiel gewonnen hat. Außerdem gibt es keine Warteschlange für Bauaufträge und auch keine Möglichkeit den Ausbau eines Planeten zu automatisieren, so dass man mit der Zeit immer mehr mit Micromanagement beschäftigt ist und gegen Ende des Spiels vom Spiel mit Fertigstellungsmeldungen fast schon genervt wird.
Dennoch macht es eine Menge Spaß mit jedem Spiel eine neue Galaxis zu erforschen und eigene Raumschiffe und Flotten zusammen zu stellen und dabei aus einer riesigen Menge verfügbarer Technologien das jeweils beste Schiff zu kreieren.
Fazit
Ascendancy ist trotz seiner Schwächen auch heute noch ein Spiel, das mich nächtelang fesseln kann. Allerdings wird man gerade durch die Dinge, die dieses Spiel falsch macht, nur allzu oft daran erinnert, was möglich gewesen wäre, wenn die Entwickler diese Schwächen vor dem Release noch ausgebügelt hätten. Es ist für mich auch deshalb ein besonderes Spiel, weil ich bis zum heutigen Tage noch kein anders Spiel gesehen habe, welches das selbe Feeling vermittelt wie Ascendancy und so als legitimer Nachfolger gelten könnte.
Die Zukunft von Ascendancy
Laut der Website von The Logic Factory, dem Hersteller von Ascendancy, wird es eine Fortsetzung des Spiels geben. Allerdings heißt es dort auch, dass man derzeit an einem Online RPG namens Seeker arbeitet und Ascendancy 2 erst nach diesem Spiel erscheinen wird. Leider ist dort zu keinem der beiden Spiele ein geplantes Veröffentlichungsdatum zu finden. Da Ascendancy mittlerweile schon 13 Jahre alt ist erinnert mich das ein klein wenig an Duke Nukem Forever: "Schön wenns raus kommt, aber besser nicht damit rechnen".
Weiterführende Links
DOSBox
Tastenkürzel für DOSBox
Logic Factory - Hersteller von Ascendancy



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Aufgenommen: Mär 22, 14:06