Als anfängliche Gerüchte besagten, der Täter hätte nicht viel mit Computern im Sinn gehabt, dachte ich zuerst, dass wenigstens diesmal die Politik mangels alternativer Ansatzpunkte gezwungen wäre, sich mit wirklichen Problemlösungen zu beschäftigen. Leider hat sich dieses Gerücht schnell als solches herausgestellt und wieder einmal erleben wir statt der von mir sehnlich erhofften sachlichen und konstruktiven Auseinandersetzung zum Thema Amokläufe und die Situation an unseren Schulen die übliche Verbotsdebatte mit den üblichen Argumenten.
Wie so oft schon, sollen auch diesmal wieder die üblichen Dinge verboten werden: Horrorfilme, Ego-Shooter, Schützenvereine, legaler Waffenbesitz und so weiter und so fort. Zu allem Überfluss fordern die Anhänger von Sache A dann auch noch das Verbot von Sache B, nur um von ihrem eigenen Steckenpferd abzulenken. Völlig verkannt wird dabei aber wieder einmal, dass alle diese Dinge im internationalen Vergleich in Deutschland ohnehin schon seit langem sehr stark reglementiert sind.
Da Verbote in diesem Land scheinbar höher geachtet werden als konstruktive Vorschläge, hier meine Liste der Dinge, die tatsächlich verboten gehören:
- Schulen ohne Schulpsychologen (Es kann ja wohl nur ein schlechter Scherz sein, dass wir sogar in ganz Baden-Württemberg nicht genug Schulpsychologen für die Versorgung der Opfer von Winnenden haben)
- Schulbetrieb ohne die aktive Bekämpfung von Mobbing
- Soziale Auslese im Schulsystem
- Degenerierung einer ganzen Schulart (Hauptschule) zum bildungspolitischen Ghetto
- Eltern, die sich nicht mit den Erlebniswelten ihrer Kinder auseinandersetzen. (Warum gehen die meisten Eltern immer den Weg über Dritte, wenn sie sich bestimmte Spiele informieren wollen, anstatt einfach selbst ab und zu mit ihren Kindern zu zocken und sich selbst ein Urteil zu bilden?)
- Teilnahme an politischen Debatten über Medien, die man niemals aktiv konsumiert hat und über die man nur aus zweiter Hand informiert ist, insbesondere dann, wenn man sich durch ein Minimum an Eigeninitiative selbst ein Urteil bilden könnte
Natürlich sind die hier genannten Ansatzpunkte für die Verbesserung unserer Schulen keine Allheilmittel zur Vermeidung zukünftiger Amokläufe. Im Gegensatz zu der erneut aufgewärmten Verbotsdebatte besitzen sie aber tatsächlich das Potential, diese Gesellschaft und den Alltag von Schülern zu verbessern und vielleicht sogar zumindest den einen oder anderen Amoklauf in Zukunft zu verhindern.

Leider habe ich davon erst erfahren als alles vorbei war, aber 


